Fruchtbarkeit und Schwangerschaft
Folsäure oder Folat: Warum dieser Unterschied auf Ihrem Weg zur Familiengründung eine Rolle spielt
Versuchen Sie, schwanger zu werden, oder sind Sie gerade schwanger geworden? Wahrscheinlich haben Sie bereits gehört, dass Folsäure wichtig ist. Weniger bekannt ist jedoch, dass es einen Unterschied zwischen Folsäure und Folat gibt – und dieser Unterschied ist größer, als Sie vielleicht denken.
Warum Folsäure so wichtig ist
Folsäure ist ein B-Vitamin, das Ihr Körper für die Zellteilung und das Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft benötigt. Im Zusammenhang mit der Schwangerschaft wird diesem Vitamin besondere Aufmerksamkeit geschenkt, und das aus gutem Grund. In den allerersten Wochen der Schwangerschaft legt der Embryo den Grundstein für das Nervensystem, einschließlich des sogenannten Neuralrohrs.
Die zusätzliche Einnahme von Folsäure verbessert den Folatstatus der Mutter. Ein niedriger Folatstatus der Mutter stellt einen Risikofaktor für die Entstehung von Neuralrohrdefekten beim sich entwickelnden Fötus dar.
Da diese Entwicklung bereits so früh einsetzt – oft noch bevor man überhaupt weiß, dass man schwanger ist –, wird empfohlen, bereits vor der Empfängnis mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu beginnen. In vielen Ländern raten die Gesundheitsbehörden Frauen dazu, ab dem Zeitpunkt, an dem sie versuchen, schwanger zu werden, täglich Folsäure einzunehmen und dies bis in die ersten Wochen der Schwangerschaft fortzusetzen.
Folsäure und Folat: Nicht ganz dasselbe
Folsäure ist die synthetische Form von Folat. Ihr Körper kann Folsäure nicht direkt verwerten: Sie muss zunächst in mehreren Schritten in 5-MTHF umgewandelt werden, die Form, die im Körper tatsächlich wirksam ist. 5-MTHF selbst muss diesen Umwandlungsprozess nicht durchlaufen und steht sofort für die Verwertung und den Transport im Blut zur Verfügung.
Untersuchungen dazu, wie sich diese beiden Formen im Körper verhalten, belegen diesen Unterschied auch in der Praxis: Nach der Einnahme von 5-MTHF stieg die Konzentration der aktiven Form im Blut deutlich schneller und auf ein deutlich höheres Niveau an als nach der Einnahme der gleichen Menge Folsäure.
Warum dies für manche Frauen noch wichtiger ist
Manche Frauen weisen eine genetische Variation im sogenannten MTHFR-Gen auf, das für die Umwandlung von Folsäure in ihre aktive Form verantwortlich ist. Bei dieser Variation verläuft diese Umwandlung weniger effizient. Das bedeutet, dass der Körper größere Schwierigkeiten hat, Folsäure in ihre aktive Form umzuwandeln, während 5-MTHF diesen Schritt vollständig überspringt und unabhängig von dieser genetischen Variation ebenso gut verwertet werden kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Vitamin B12
Hohe Folsäure-Dosen können ein Symptom überdecken, das eigentlich ein wichtiges Signal ist: eine durch Vitamin-B12-Mangel verursachte Anämie. Dadurch kann ein B12-Mangel länger unbemerkt bleiben. 5-MTHF überdeckt dieses Signal nicht in gleicher Weise, sodass ein möglicher B12-Mangel früher erkannt werden kann.
Was bedeutet das für Sie?
Das bedeutet nicht, dass Folsäure plötzlich nicht mehr wirkt. Die Einnahme von Folsäurepräparaten zur Erhöhung des Folatstatus der Mutter sowie der Zusammenhang zwischen einem niedrigen Folatstatus der Mutter und dem Risiko für Neuralrohrdefekte sind umfassend erforscht und gut belegt. Die Forschung zu den beiden Formen zeigt jedoch, dass 5-MTHF eine Reihe praktischer Unterschiede aufweist: Es ist sofort verfügbar, wirkt auch bei einer MTHFR-Variation und überdeckt keinen Vitamin-B12-Mangel.
Sie sind sich nicht sicher, welche Darreichungsform für Sie die richtige ist, oder haben Fragen zur Dosierung und Einnahme? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Ihrer Hebamme oder Ihrem Apotheker. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst und Vollkornprodukten trägt zudem immer zu Ihrer Folsäurezufuhr bei und ergänzt so die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels.
* Folsäure trägt zur Zellteilung und zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei. Beides spielt in den allerersten Schwangerschaftswochen eine Rolle, wenn die Grundlagen für die Entwicklung des Babys gelegt werden.
* Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion bei. Damit ist es ein Nährstoff, der nicht erst in der Schwangerschaft, sondern schon beim Kinderwunsch Beachtung verdient.
* Vitamin B12 trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei und spielt eine Rolle bei der Zellteilung. Beides ist besonders zu Beginn der Schwangerschaft von Bedeutung, wenn Ihr Körper mehr Blut bildet und sich die Zellen des Babys rasch teilen.









